Dienstag, 30. Dezember 2014

Abschied von 2014

Hallo ihr Lieben,

wie viele andere auch, melde ich mich mit einem kleinen Bericht zum vergangenen Jahr zurück.

Es wird etwas ausführlicher und wird vielleicht nicht jedem gefallen. Deshalb habe ich damit extra bis NACH Weihnachten gewartet. 
Allerdings war es mir wichtig, es noch vor Silvester zu schreiben, da 2015 (hoffentlich) ein Neustart wird.

Normalerweise bin ich kein Fan von Neustarts zu festgelegten Terminen, aber hier passt es aus mehreren Gründen ganz gut. Die Ferien sorgen für die nötige Ruhe, um den Rest vom Liegengebliebenen aufzuarbeiten und zusätzlich um wieder zu einem vernünftigen Rhythmus zu gelangen. Und ausnahmsweise gefällt es mir sehr gut, dass ich das alles mit neuen Kalendern, Büchern etc. verbinden kann.

Denn 2014 war echt nicht unser Jahr. Eher gesagt, fing es schon im Oktober 2013 an, bergab zu gehen und erholt sich erst jetzt langsam wieder.

Privat, schulisch, beruflich, gewerblich und gesundheitlich steckte ordentlich der Wurm drin. Stress und Ärger waren unser ständiger Begleiter. Gefolgt von Leuten, auf die man im Leben wunderbar verzichten kann.

Kurz zusammengefasst: jeder und alles hat gelitten.
Am schlimmsten finde ich persönlich, dass die Kinder leiden mussten. Unter dem Stress und dem Zeitmangel. Alles was sie vorher kannten, vom Basteln, über Ausflüge, über gemeinsames Lesen, bis zum Gammeltag im Schlafanzug, war kaum bis gar nicht mehr vorhanden.
Das sind nicht wir. 
Natürlich haben wir in der Zeit gekämpft und gemacht, wie die Bekloppten, um etwas FÜR die Kinder zu tun und zu erreichen.
Aber das MIT den Kindern ist reichlich untergegangen.

Jede Sekunde, die mal annähernd frei zur Verfügung stand, wurde sofort blockiert von wichtigen Dingen, die liegen geblieben sind.
Z. B. habe ich in meinem gesamten Leben zusammen nie so viele Mahnungen bekommen, wie in diesem einen Jahr. Allein weil mir die Zeit wie im Zeitraffer dahinraste und ständig etwas unter ging.
Ein ganz fürchterliches Gefühl.

Nun ist es so, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. So heißt es zumindest, denn leider hat man nicht alles selbst in der Hand.

Aber das, worauf wie Einfluss haben, haben wir geändert. 

Gute 13 Monate nachdem alles anfing durcheinander zu geraten, haben wir nochmal alles auf den Kopf gestellt. Sehr spontan und unerwartet. Aber die positiven Auswirkungen sind jetzt nach so kurzer Zeit schon zu merken.

Vieles fängt wieder an zu funktionieren, wie z. B. mehr Aufmerksamkeit für die Kinder, mehr große Hunderunden und auch der Haushalt läuft fast wieder rund.
Andere Sachen sind aufgearbeitet, wie z. B. die Ablage der Unterlagen und die Steuer.

Und um mach andere Sachen, wollte ich mich in den Ferien kümmern.

Wie z. B. die Klinik-Mützen.

Einige Lieferungen von Spendenstoffen und fertigen Mützen liegen hier. Extra separat, weil ich sie alle noch fotografieren musste und sie eigentlich alle, wie gewohnt, einzeln posten wollte.

Hier hat sich nun ganz frisch eine Entscheidung ergeben. Ich werde später noch ein Sammelbild zeigen und die Spender gemeinsam namentlich nennen.
Dann werde ich alles in eine riesengroße Kiste packen und an den Verein "Viel Farbe im Grau" schicken.
Sie werden sich drum kümmern, dass die Mützen verteilt werden und die Stoffe für solche Zwecke vernäht werden.

Das wird mein Abschluss mit dem Thema sein. 
Ich werde das Klinik-Mützen-Projekt komplett aufgeben und auch auf all meinen Seiten entfernen.

Viele werden sich fragen, warum. Das beantworte ich gerne, denn ich finde, dass all die vielen tollen Spender und Unterstützer ein Recht darauf haben, die Hintergründe zu erfahren.

Zu der Grundidee hat mich tatsächlich damals der Verein "Viel Farbe im Grau" inspiriert. 
Die Idee, kleinen Krebspatienten eine Freude zu machen, fand ich super, wollte es aber gerne selbst regional machen. Damals hatte ich mich bei dem Verein erkundigt und bekam die Bestätigung, dass sie NRW noch nicht bedienen (können).
Somit fing ich an. Ganz alleine. 
Nach und nach kamen Helfer dazu und ich dachte, dass eine Kooperation ganz schön und hilfreich sein könnte.
Dadurch entstand ein Ebook, dass Pauline von Klimperklein extra für uns kostenlos zur Verfügung gestellt hat.
Kleiner Wehmutstropfen: nicht nur mir, sondern auch Freunden von mir fiel auf, dass ich nirgendwo mehr erwähnt wurde. Wer das Ebook liest, weiß nichts davon, dass auch ich dahinter stecke.
Naja, da ich ein friedliebender Mensch bin und immer versuche alles positiv zu sehen und mich nicht zu ärgern, habe ich dazu geschwiegen. Denn was bringt es? Nur was für mein Ego? Das ist nicht nötig. Denn immerhin sollen die Kinder im Mittelpunkt stehen.

Doch leider ging es immer wieder so weiter. Ich war das fünfte Rad am Wagen. Absprachen mit mir gab es so gut wie keine. Termine, wo ich mit sollte, wurden ohne mich gemacht. Auch dazu habe ich noch geschwiegen.
Dann nahm es aber ein Ausmaß an, dass für mich an Unverschämtheit nicht zu toppen ist.
Es wurde von mir erwartet, dass ich Verständnis für private Umstände habe, die eine Mützen-Pause verlangten. Klar, kein Problem.
Doch dann ging es darum, dass ich, wie abgesprochen wurde, eine bestimmte Klinik beliefern möchte. Leider wurde ich krank. Dann meine Kinder und wieder ich. 
Dadurch hat es sich verzögert. Leider musste ich dann via Facebook feststellen, dass hinter meinem Rücken mit genau dieser Klinik ein Termin vereinbart wurde und auch die Mützenübergabe stattfand. OHNE mir Bescheid zu geben und obwohl von meiner Seite aus auch schon Kontakt zur Klinik bestand.
Den hat übrigens eine Freundin von mir extra für mich arrangiert, da sie die Kinderstation dort (leider) sehr gut kennt.

Freunde von mir haben dies gesehen und mich ganz aufgeregt angerufen und gefragt, was denn da los sei.
Ich wusste von nix.
Ich habe es anstandshalber geliked und geteilt, aber innerlich war ich verwirrt. 
Als sich dass Wirrwar dann lichtete, wurde mir nach und nach bewusst, was da lief und Verwirrung und Enttäuschung schlugen in Fassungslosigkeit und Wut um.
Denn das war der letzte Schritt, alles an sich zu reißen. Für mich ein deutliches Zeichen, dass offensichtlich keine weitere Zusammenarbeit (denn das funktioniert nur mit Absprachen) gewünscht ist.

Somit habe ich beschlossen, mich von dieser Kooperation zu distanzieren und eben wieder alleine zu agieren. 
Denn sowohl spendende Freunde, wie auch Spender von Außerhalb haben mir ganz deutlich zu verstehen gegeben, dass es nicht erwünscht ist, ihre Mützen über diese falsche Zusammenarbeit verteilen zu lassen. Das möchten sie nicht unterstützen.

Kleine Anmerkung an die Personen, die sich angesprochen fühlen: JETZT braucht ihr euch auch nicht mehr melden. Das Thema ist durch und erledigt. Es bedarf keiner weiteren Klärungen und ich werde nunmehr weder Zeit noch Energie in Kontakte verschwenden. Diese Zeit investiere ich lieber in meine Kinder.
Trotzdem wünsche ich euch weiterhin viel Erfolg mit meiner dieser Aktion, denn es ist trotz allem eine gute Sache und soll Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Nebenbei sei anzumerken, dass das alles noch zusätzlich zu dem weiter oben genannten Stress lief.

Interessant ist, dass das ein neuer Trend zu sein scheint. Etwas Gutes tun zu wollen, aber bitte im Alleingang.
Denn auf Facebook habe ich tatsächlich schon von drei weiteren Mützen-Aktionen gelesen, die Initiatoren angeschrieben und gefragt, ob man sich vielleicht zusammentun und ergänzen mag. Doch keiner war bereit dazu. Eine traurige Entwicklung.

Gut, dachte ich. Immerhin bleibt mir ja noch Bonn. 

Die Übergabe im letzten Jahr lief so toll, dass mir diese Klinik persönlich sehr am Herzen lag. Es war mit dem Sekretariat abgesprochen, dass sie sich melden, wenn etwas fehlt und dass ich ansonsten in einem Jahr wiederkomme.

So rief ich nun da an, um einen Termin noch vor Weihnachten zu machen. Aber was musste ich feststellen? Zwei Wochen vorher wurden sie schon reichlich mit Mützen beschenkt und hätten aktuell keinen Bedarf.
Wer es war, konnte man mir so spontan nicht sagen. Ich solle eine Mail schreiben und sie würden sich nochmal schlau machen und einen Kontakt herstellen, sodass man sich absprechen könne. 
Auf diese Antwort warte ich bis heute vergeblich und werde auch nicht mehr nachhaken.

Aber dass war für mich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Ganz ehrlich, ich wollte nur Gutes tun. Nun ist es für mich nur noch mit (negativer) Arbeit und Ärger verbunden.

Das ist der Grund, warum ich jetzt die Reißleine ziehe.

Wir sind eine 5-Köpfige Familie, ohne Unterstützung, ohne alles. Wir sind auf uns alleine gestellt.
Alles was ich zusätzlich mache, geht von unserer privaten Zeit ab und alles was ich spende (Stoff, Garn, Porto, Sprit) geht von unserem privaten, eh schon sehr geringem Einkommen ab.

Das habe ich gerne gemacht. Auch Mann und Kinder haben dahinter gestanden und es gerne mitgetragen. Wir helfen alle gerne.

Aber nicht so. Das ist es uns nicht (mehr) wert. Denn das geht wieder auf Kosten unserer Kinder.

Lange habe ich überlegt, wie ich nun mit den ganzen Mützen und Stoffen verfahre, die ich noch hier habe. Alle Kliniken im Umkreis sind bedient.
Und dann kam mir wieder "Viel Farbe im Grau" in den Sinn. Angeschrieben, Situation erklärt und sie freuen sich nun auf das Paket.
Ich musste jetzt nur auf das neue Gehalt warten, denn das Porto für so eine große Kiste ist nicht wirklich günstig.
So kann ich jetzt mit ruhigem Gewissen mit dem Thema abschließen.

Natürlich ist nicht alles negativ zu sehen. Und auch das möchte ich hier erwähnen.

Ich glaube fest daran, dass alles einen Sinn hat.
Und so hat auch das vergangene Jahr für uns einen Sinn.

Wir durften in dieser Zeit vielerlei Erfahrungen machen und haben sehr viel dazu gelernt.

Wir haben gelernt, dass wir Fünf für uns das Wichtigste sind. Wir haben diese Zeit gemeinsam gemeistert.
Es sind keine bleibenden Schäden entstanden und es hat uns sehr zusammengeschweißt.
Eine wichtige Erfahrung ist, dass ein vernünftiges Familienleben wichtiger ist, als Geld. Man kann auch mit weniger Geld leben und sollte die Zeit als Familie genießen.

Ebenso haben wir gelernt, uns von Negativem zu trennen. Ob Personen, die uns nicht gut tun oder Aufgaben, die uns nur Ärger bereiten und unnötig stressen, macht da keinen Unterschied. Damit haben wir gründlich aufgeräumt.

Wir haben gelernt, Dinge aus anderen Blickwinkeln zu sehen und somit Prioritäten anders zu setzen.

Das vergangene Jahr hat uns aber auch die Augen geöffnet für das Bewusstsein, welches Glück wird haben.

2014 hatten wir immer ein Dach über dem Kopf, genug zu essen, was zum Anziehen, Arbeit, die uns Spaß macht und keine schlimmen oder gar unheibaren Krankheiten.
Wir haben ganz tolle Freunde, die immer für uns da sind und durften sogar neue Leute kennenlernen, die uns hoffentlich noch lange begleiten werden.
Auch unsere Familie ist offiziell gewachsen. Denn mein kleiner Bruder hat geheiratet und unsere Familie um eine tolle Schwägerin erweitert.

Ich persönlich habe gerade jetzt, wo alles ruhiger wird auch wieder einen Blick dafür bekommen, was für tolle Kinder und was für einen tollen Mann ich habe.

Nun möchte ich mit 2014 abschließen.

Alles Negative lass ich zurück und alles Positive nehme ich mit ins neue Jahr.

Ich freue mich auf unseren Neustart in 2015 und wünsche euch allen einen guten Rutsch.

Danke fürs Lesen.

Liebe Grüße
Madita